Pressekritiken und Zuschauerkommentare:

A. Wagner se hp - Frederick

»Ein Mäuserich erobert Kinderherzen«

Die Erwachsenen unter den Zuschauern wußten nicht was schöner war: Das Geschehen auf der Bühne oder das Beobachten des so mitgerissenen Publikums. weiterlesen

HEPPENHEIM. Was für ein Gewimmel und Gewusel vor dem Saalbau-Kino: Nahezu 130 Kinder stürmten am Sonntagnachmittag nach der Theatervorstellung von „Frederick“ aus dem Gebäude und begannen zu sammeln. Nicht Getreide und Stroh, wie die Feldmäuse in Leo Lionnis berühmter Geschichte, sondern Kastanien. Der ganze Vorplatz des Kinos war übersät davon – glücklich die Mütter, die eine Tüte dabei hatten für den sammelwütigen Nachwuchs. Die anderen fanden die glänzenden braunen Früchte in ihrer Handtasche, den Jacken- und Hosentaschen wieder. Und die Sonnenstrahlen, die Mäuserich Frederick so fleißig gesammelt hatte, die nahmen die Mädchen und Jungen im Herzen mit nach Hause.

Frederick will Sonnenstrahlen sammeln

Es war ein kurzweiliger und unterhaltsamer Nachmittag im Saalbau. Das Ensemble des mobilen Theaters „pohyb’s und konsorten“ war zu Gast und begeisterte von der ersten Minute an seine kleinen Zuschauer mit seinem „poetischen Kindertheater“ rund um Mäuserich Frede- rick.
Was für ein Gegacker, als ein uralter Mäuserich mit gestreiftem Bademantel in die Zuschauer schaut und erschrickt. „Vor langer Zeit...“, so beginnt er die Geschichte von der Feldmausfamilie zu erzählen, die die meisten Kinder sicher bereits vom Vorlesen kennen.
Staunende Gesichter bei den Kleinen, als mit einem Mal prächtige Blumen auf der Bühne erblühen, die Steinmauer zum Vorschein kommt – und Gelächter, als im Hintergrund unterschiedliche Tiergeräusche abgespielt werden. Zwei Mäuse in karierten Knicker-bockern, mit langen Schwänzen und teilweise eher unkonventionell getragenen Ohren spielen Verstecken. Was gibt es Schöneres für kleine Kinder, als Haschmich-Spielchen auf der Bühne, wo sie alle wissen, wo die Protagonisten gerade sind, diese aber im Dunkeln tappen.
Es war herrlich zu sehen, wie die Kinder vor Lachen brüllten, als die eine Maus die andere am Schwanz zog. Andere kleine Zuschauer standen mit offenem Mund und roten Wangen und verfolgten das Geschehen mit zusammenballten kleinen Fäustchen. Ach, war das spannend! Die Erwachsenen unter den 130 Zuschauern der Kindertheater-Veranstaltung von Forum Kultur, wussten oft nicht, was schöner war: Das Geschehen auf der Bühne oder das Beobachten des so mitgerissenen Publikums.
„Da isser doch!“ rufen die Kin- der aus vollem Hals, als eine der Mäuse versucht, einen Schmetterling zu fangen. Da stört es keinen, dass die Maus selbst das flatternde Tier mit einem Draht bewegt und dass man das sieht. Den Kindern ist das nicht wichtig. Ihre Fantasie sieht keine Drähte, die sieht eine Sommerwiese mit Schmetterlingen.
Der Geschichtenerzähler berichtet, dass die Feldmausfamilie im Herbst Vorräte sammelt für den nahenden Winter, denn der Bauer ist weggezogen, die Kornkammern sind leer. Eifrig sammeln alle Maiskörner, transportieren sie auf Strohhalmen, suchen Nüsse und Stroh. Alle?
Nein, Frederick sitzt scheinbar nur herum. „Warum hilfst du nicht?“, wollen die Mäuse wissen. Doch Frederick ist keineswegs tatenlos: „Ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten Wintertage“, erklärt er. Im Publikum fragt ein Junge seine Eltern: „Wie kann die Maus das machen?“ Die Eltern schauen ratlos, glücklicherweise geht es gleich weiter auf der Bühne. Der Sohnemann hat gar keine Zeit auf eine Antwort zu warten. Glück gehabt.
Wieder folgt eine Slapstick-Szene, um die Kinder mit Fredericks Philosophieren nicht zu überfordern. Das ist es, was die Inszenierung ausmacht: Die Macher sind sich bewusst, dass sie es mit kleinen Kindern ab vier, manche waren deutlich jünger, zu tun haben. Und die muss man die gesamten 45 Minuten bei der Stange halten. Und das gelingt den beiden Darstellern, die in die unterschiedlichen Rollen schlüpfen bestens. Immer wieder gibt es Szenen, bei denen herzhaft gelacht und reingerufen werden darf. Man muss nicht immer nur stillsitzen.
So sammelt Frederick weiter Farben und Leo Lionnis Wörter. Und im Winter, als die Vorräte aufgebraucht sind, ist die Familie froh, dass ihnen Frederick mit seinem Geschichten, den Farben und der Wärme der Sonnenstrahlen das Warten auf das Frühjahr verkürzt.
Fröhlich beklatschten Eltern und Kinder das gelungene Stück und marschierten hinaus aus dem Saalbau, um selbst noch einmal kräftig Sonnenstrahlen zu tanken.

 

 

HHE Nadine Fürst - Grüffelo

»Die schlaue Maus verscheucht den Grüffelo«

Eindrucksvoller Auftritt ohne größeres Tamtam weiterlesen

Weisendorf - Das Hofheimer Theaterduo "pohyb`s und konsorten" benötigt nicht viel für einen eindrucksvollen Auftritt. Ohne größeres Tamtam, ohne grelle Lichtshow oder Bühneneffekte kommt das Programm von Stefan Ferencz und Maike Jansen aus. Mit reduzierten Mitteln stehen sie den aufwändig inszenierten Settings in der heutigen Unterhaltungskultur entgegen. Dieses Konzept geht für "pohyb`s und konsorten" und das Publikum auf. Die jungen Zuschauer lassen sich ganz auf die beiden Schauspieler ein. Aufgeregte Zurufe, Lachen und Kreischen nehmen Ferencz und Jansen auf und interagieren so mit ihrem Publikum.
Die beiden Schauspieler schlüpfen mit wenigen Accessoires in verschiedene Rollen. Allein mit ihrer Mimik und Gestik und der Ausdruckskraft ihres Spiels gelingt es ihnen, die Tiere im Stück zu parodieren und bei den Kindern für helle Begeisterung zu sorgen. Musik und Geräusche produzieren sie selbst und so perfekt, dass man zuweilen glauben kann, die Waldgeräusche kämen vom Band.

C. Roeder - Erdvogel

»Beschwingt und heiter«

Kindertheater zum Abheben weiterlesen

Kaum ist der kleine Maulwurf auf der Bühne, ist man schon verliebt. Das liegt vor allem an Maike Jansen, die den kleinen samtigen Kerl mit großartiger Leichtigkeit und Anmut spielt. Und eigentlich weiß man's bald: Diesem Maulwurf wird das Fliegen gelingen. Auch wenn das die erdige Maulwurfmutter - in wunderbarem Kontrast hier Stefan Ferencz - einfach abhakt. Ein Maulwurf, der fliegen will? So ein Quatsch. Wir haben Schaufeln. Punktum aus. Aber dieses bezaubernde Maulwurfkind lässt sich nicht irritieren. Von nichts und niemandem. Dann halt ein Erdvogel. Es ist ein Meisterwerk, das Pohyb's und Konsorten da inszeniert haben. Kindertheater zum Abheben. Beschwingt und heiter. So ist auch der kleine Maulwurf unterwegs, fragt sich durch und begegnet Fliegern und Nichtfliegern, die ihm seine Idee – nein! es ist seine Vision - ausreden wollen. Mitreißend, wie Stefan Ferencz das Wesen, das Typische der Tiere erfasst, die er clownesk, bewegt und mimisch vollendet darstellt. Er käut wieder, als würde er das auch im richtigen Leben tun, gibt einen im wahrsten Sinne des Wortes stolzierenden Storch oder verhält sich so eulenhaft, als würde er selbst nächtens durch den Wald schweben. Von dieser Eule kann man getrost einen Rat annehmen – was der kleine Maulwurf auch tut. Und wenn Maike Jansen ihn den Wind hören lässt, hören die Zuschauer ihn auch - und wenn er dann fliegt, weiß jeder, dass dieses Fliegen viel weiter bringt als Flugzeuge!

Plastisches Theater Hobbit, C. Roedel, Würzburg -  La surprise

»La Surprise zu Gast im Theater Hobbit«

"...Leute, schaut es euch an..." weiterlesen

Das Duden online Wörterbuch sagt uns unter Punkt 2b, eine Überraschung ist „etwas Schönes, womit jemand nicht gerechnet hat“. So. Damit könnte man jetzt schon aufhören und sagen, „Leute, schaut es euch an und lasst „la surprise“ das sein, was es sein soll und ist“: Eben eine Überraschung! Andererseits nimmt man ihr auch nichts, wenn man ein wenig davon erzählt, wie es Maike Jansen und Stefan Ferencz gelingt, dass ihre Vorstellung „la surprise“ tatsächlich der Duden 2b Definition entspricht. Da ist ein zarter Anfang, der die kleinste Maske der Welt erst mal alleine ins rechte Licht setzt, sie unprätentiös und still inszeniert. Zu zweit liegt die kleine rote Nase auf so etwas wie einem Podest und wartet auf die anderen Nasen, die sie erwecken werden. Wie die beiden Künstler es anstellen, dass der Fokus bis zu dieser Verwandlung tatsächlich auf den kleinen runden Dingern bleibt und deren Belebung als ganz bewussten Prozess miterleben lassen, soll hier zwecks der Überraschung geheim bleiben. Aber so viel: Es wirkt! Und dann nimmt „la surprise“ Fahrt auf. Mit all ihren Fähigkeiten clownesker, mimischer, auch artistischer Art und Slapstick- sowie Körpertheater-Elementen ziehen „pohyb's und konsorten“ ihr Publikum in Bann. Drei Teile folgen, die spontan, manchmal erstaunlich, bedeutungsreich, komisch und natürlich immer wieder überraschend sind. Mit Leichtigkeit und Lust am Spiel entwickeln sich hier Situationen, die Fröhlichkeit, Selbsterkenntnis und Nachdenklichkeit im Publikum hervorlocken. Besonders intensiv und vielschichtig wird es unter anderem, wenn die beiden dicht an dicht nebeneinander stehen, Lachen und Weinen plötzlich zu einem fast symbiotischen Paar werden lassen und damit die emotionale Welt jedes einzelnen Zuschauers berühren. Maike Jansen und Stefan Ferencz sind Profis, die in ihrem neuen Stück mit der kleinsten Maske der Welt großes Theater machen. Feinsinnig reagieren die beiden mit stimmiger Improvisation und Spontaneität auf das anwesende Publikum, nehmen die Menschen ernst, halten ihnen behutsam einen Spiegel vor, lassen ihnen dabei die Würde und zeigen, dass der Humor ein „Leichtmacher“ sein kann. Kurz vor dem endgültigen Ende dann ein umfassend poetischer Höhepunkt: Es wird still. Ein Text folgt. Fast ein Fanal. Auf jeden Fall ein Finale, das „la surprise“ nochmal eine überraschende Dimension gibt!

Plastisches Theater Hobbit, C. Roedel, Würzburg - Eintagsfliege

»Eintagsfliege zu Gast im Theater Hobbit«

"...dicht und prall gefüllt..." weiterlesen

Sie hat nur einen Tag. Und doch ein ganzes Leben - dicht und prall gefüllt. So intensiv wie "Die Eintagsfliege" von "pohyb`s und konsorten" lebt kaum wer. In knapp 90 Minuten zaubert Stefan Ferencz eine 24 Stunden-Biographie - nicht chronologisch - auf die Bühne, die es in sich hat.
Mutterliebe, Laufen- oder Fliegenlernen (vielschichtig), Aufbruch, dem Licht oder der Verheißung entgegen, Suchen,Landen, Ankommen, Probieren, Loslassen, Glück und Leid. Eben die ganze Palette eines ganzen Lebens, das mit dem Tod vielleicht irgendeinen Schlußpunkt hat, aber nicht wirklich endet. Da geht was weiter... Einer der poetischen Gänsehautmomente des Stückes. Dass diese Fliege ausgerechnet die Bühne als ihre Berufung sieht, passt wunderbar, ist eine überzeugende Metapher und gibt nicht nur ihr, sondern auch Stefan Ferencz die Möglichkeit, sich umfassend, eindringlich, humorvoll und vielsagend auszudrücken; ohne - in slowakischer Sprache. Das überrascht erst mal. Noch überraschender ist aber, dass es nicht befremdet. Auch das gelingt Ferencz: dem Publikum im wahrsten Sinne des Wortes vorzuführen, dass es Worte jenseits der Sprache gibt - Verständigung ist möglich. Und dennoch ist da diese Einsamkeit. Sie ist immer zu spüren, bedrückt aber nie, sondern rührt an, weil sie das zutiefst konzentrierte Zu-Sich-Kommen-Wollen- Um-Bei-Sich-Zu-Sein der Eintagsfliege transportiert. Und außerdem kennt man das ja, Entscheidendes, Existentielles muß man oft alleine aushalten und mit sich selbst ausmachen. Es gehört zu den Großartigkeiten des Programms, dass alles, auch wenn es Tiefes und Existentielles betrifft, von einer Leichtigkeit durchdrungen ist (auch die physisch kraftforderndsten Momente), die dem kleinen feingliedrigen Geschöpf Eintagsfliege entspricht und die Zuschauer verzaubert. Stefan Ferencz spielt - auch dank der Regie seiner Partnerin Maike Jansen - keine Eintagsfliege, sondern ist sie. Am Ende geht man und fragt sich, ob "pohyb`s und konsorten" uns nicht einfach nur gezeigt haben, dass unser Leben gar nicht so viel anders ist.

»Besucherkommentar«

War, wie zu erwarten, ein wunderschönes und poetisches und für alle ein sehr lustiges Theaterstück. Meine Kinder und ich haben es sehr genossen und freuen uns sehr auf das nächste Stück von Ihnen! weiterlesen

War, wie zu erwarten, ein wunderschönes und poetisches und für alle ein sehr lustiges Theaterstück. Meine Kinder und ich haben es sehr genossen und freuen uns sehr auf das nächste Stück von Ihnen!

»Veranstalterkommentar, Bücherei Höchberg«

"...so geht Glück!" weiterlesen

wir waren wieder sehr begeistert von Eurer Aufführung. Es ist toll zu sehen wie alle Kinder gebannt zuschauen und mitfiebern. Es gelingt Euch wunderbar poetisch zu vermitteln, was Janosch mit seinem Buch sagen will - so geht Glück!
Liebe Grüße aus Höchberg
Margret Link und Sabine Baumann-Geiger

pohyb's und konsorten – Interview Radio mephisto

Interview hören – Teil 1 – Begrüßung
Interview hören – Teil 2 – Kindertheater
Interview hören – Teil 3 – Clowns im Krankenhaus
Interview hören – Teil 4 – Verabschiedung

[Link direkt zu Beitrag auf Radio mephisto]